Südkoreaner buhlen um Aker Yards ASA

Der südkoreanische Industriekonzern STX Group hat seinen Anteil an dem größten europäischen Werftunternehmen Aker Yards ASA (Sitz in Oslo) mit einem Zukauf von rund 1,32 Millionen Aktien auf mehr als 40 Prozent vergrößert. Die neuste Transaktion verlief über das Tochterunternehmen STX Norway AS.
Während die im Oktober 2007 geschlossene Beteiligung der STX Group bereits bei 39,2 Prozent (560 Millionen Euro Kaufpreis) lag, steuert sie nun eine Komplettübernahme des Schiffbaukonzerns an, einschließlich der Werften in Wismar und Warnemünde vom Konzernbereich Aker Yards Germany, welche seit März zu 70 Prozent an die russische Investorengruppe FLC West abgetreten wurden.
Aufgrund der überschrittenen vorgeschriebenen Grenze seitens des südkoreanischen Investors ist der Anteilseigner jedoch verpflichtet den übrigen Eignern binnen eines Monats ein Kaufangebot zu unterbreiten, heißt es aus Oslo. „Die Aktionäre können dann ihrerseits vier Wochen lang die Offerte prüfen und für sich entscheiden, ob sie ihre Anteile verkaufen oder nicht“, erklärt Torbjorn Andersen, Pressesprecher von Aker Yards ASA. Die Aker-Yards-Aktien seien international verteilt. „Unter den Besitzern befinden sich 20 größere Anleger“.
Die Summe des Übernahmepreises sei gegenwärtig noch spekulativ. „Erst mal wird das Angebot abgewartet und dann werden die Anteilseigner darüber befinden, ob es ein guter Preis ist oder ob er zu niedrig ausfällt“, so Andersen. Es sei denkbar, dass STX die eigene Beteiligung an Aker Yards ASA nicht um jeden Preis auf 100 Prozent steigern wird. Die Südkoreaner seien vielmehr daran interessiert die Zügel des Werftzusammenschlusses unter Beibehaltung der Konzernstrukturen als dominanter Anteilseigner in die Hand zu nehmen.
Für STX würde sich mit einer entsprechenden Übereinkunft eine entscheidende Schleuse zur weltweit maßgeblichen Werftengruppe öffnen. „Das Angebot basiert auf unserem festen Vertrauen in Aker Yards und dem Glauben an die Fähigkeit des Unternehmens seine Position als eine führende globale Werftengruppe zu festigen“, begründete J. C. Lee, Vize-Vorstandschef der STX Corporation. Der südkoreanische Konzern sehe eine zukunftsweisende Chance im Aufbau einer Gruppe von spezialisierten Werften zur optimalen Gewährleistung der unterschiedlichen Marktsegmente zugunsten der Kunden.

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